vergangenes

Schon recht früh entdeckte ich die Lust am Ausdauersport.

Mein halbes Leben lang bin ich viel Rad gefahren. Am Anfang nur 20 oder 30 km, später dann auch mal mehr als 200 km am Tag.

Als ich im Jahr 2002 nach Kirchheimbolanden kam suchte ich eine Möglichkeit mich sportlich zu betätigen, das Rad war immer noch aktuell, es fehlte aber irgendetwas. Ich begann zu laufen. In Kirchheimbolanden sind auf dem Schillerhain einige Wege mit entsprechender Kilometer Angabe versehen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich damals einen Notarzt neben mir sitzen hatte, der sehr engagierter Läufer war. Wir sprachen über das Thema laufen und als ich sagte, ich sei seit mehren Wochen Läufer und würde 5 km nach Feierabend laufen gehen. Er sah mich entgeistert an und merkte an, dass er sich wegen 15 km keine Laufschuhe anziehen würde. An diesem Abend bin ich zum ersten Mal in meinem Leben mehr als 5 km gelaufen. Letzten Endes waren es 15 km, aber ich schaffte sie. Mein Entschluß einen Marathon zu laufen fasste ich, als der Muskelkater vergangen war.

Nach nur knapp drei Monaten Vorbereitung lief ich in Frankfurt meinen ersten Marathon und nochmals drei Monate später war ich schon in Rodgau zum 50 Kilometerlauf am Start, den ich ebenfalls beendete.

Irgendwie erinnere ich mich noch sehr gut daran, dass in dieser Zeit einige der Läufer beim Rodgau Ultramarathon mit Rucksäcken liefen und ich mich nach dem Sinn dieser Sache fragte, denn es waren ja 10 Runden a 5 Kilometer und es gab somit ausreichend zu trinken und auch zum Essen. Echt Wahnsinn, es waren Läufer, die sich auf noch längere Läufe vorbereiteten. Schon eine schwierige Vorstellung. Aber das Ausdauerfieber hatte mich wieder. Ich fuhr wieder viel Rad und lief sehr viel.

Ich sammelte einige Marathons und fuhr wieder einige kleine Radrennen. Immer noch einigermassen gut, immer im vorderen drittel oder Besser. Ich war sehr zufrieden damit.

Wie es dann dazu kam, dass ich auch noch schwimmen wollte, weiß ich nicht mehr. Aber es kam wie es wohl kommen musste. Im Jahr 2004 entschied, ich will ein IRONMAN werden. Eine Irre Vorstellung, denn ich hatte noch nie richtig Kraulschwimmen gelernt und wollte sofort 3,86 km schwimmen. Mir war klar, dass ich das nicht alleine hinbekommen würde und schließ mich einem Triathlonverein, dem ich heute nur noch passiv angehöre.

2005 stand ich dann zum ersten Mal am Start eines Triathlons über die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen – 40 km Rad – 10 km Laufen), es war in München.

Meine erste Langdistanz folge dann 2006 in Roth. Unvergesslich der Anstieg Solarer Berg, immer noch Gänsehaut Feeling.

2010 hatte ich gesundheitliche Probleme und entschied meinen letzten Ironman zu finishen und dies sollte der Ironman Lanzarote sein. So ist es auch gekommen. Leider war es an diesem Tag sehr heiß auf Lanzarote und ich hatte keinen besonders guten Tag erwischt. Ich konnte schon wenig trinken und wollte nach dem schwimmen einen Freund einholen und ihn ins Ziel bringen. Also ihm mental zur Seite stehen. Wir trafen uns bei km 50, er ist ein viel besserer schwimmer als ich es bin und fuhren gemeinsam bis zum letzten Anstieg bei km 170. Leider konnte er nicht mehr folgen und wir verloren uns aus den Augen. Beim Laufen merkte ich schon recht schnell, dass ich zu wenig Flüssigkeit zu mir genommen hatte. Bei Kilometer 20 wurde ich wohl kurz bewußtlos und wurde in ein Sanitätszelt verbracht. Ich erinner mich noch gut daran, dass mir ein Arzt sofort eine Infusionslösung anlegen wollte. Das wußte ich aber zu vermeiden, sollte es doch nicht der erste Ironman werden, den ich nicht beenden würde. Nach einer etwas längeren Diskussion einigten wir uns darauf, dass ich eine Stunde im Zelt verbringen werde, viel trinke und wenn ich nach dieser Zeit wieder laufen konnte, hätte er nichts dagegen wenn ich weiter mache. Und so wurde es auch gemacht. Nach etwa einer Stunde fing ich an die letzten 21 Kilometer zu beenden. Ich kam ins Ziel.

Seit 2011 bin ich jetzt passionierter Golfer und mache nur noch sporadisch Sport. Ich laufe ab und an und nutze noch meinen Daum Ergometer. Allerdings alles ohne sportliches Ziel. Beim Golfen habe ich mir vorgenommen einmal ein Handicap unter 10 zu erreichen. Laut einem bekannten Golflehrer würde das für mich kein Problem darstellen. Einzig ich müsste mit etwas mehr Ehrgeiz trainieren. Im Jahr 2018 habe ich das auch vor und werde gezielt daran arbeiten.

Im August 2017 habe ich durch einen Freund Wim Hof kennen gelernt. Seit dieser Zeit bin ich begeistert dabei und mache den Online Videokurs. Einzig einen Tag habe ich versäumt die Wim Hof Atemtechnik zu machen. Darauf bin ich sehr Stolz. Bin einmal gespannt, wo die Reise hingeht.